Über den einfachen Reiz von MineSweeper

Gegen die Spielsucht

Nach einigen kleinen Spielchen fand ich mal, das man bei Minesweeper einfachste Aufgaben per Hand erledigt die eigentlich ein Computer ausführen sollte. Wahrscheinlich liegt gerade in der Einfachheit der Aufgabe ihr Reiz. Und der Grund für viele tausend Stunden vergeudeter Arbeitszeit jedes Jahr, ....
Es ergibt ständige kleine Erfolgserlebnisse die dann zur Sucht führen: "Geschafft, 15 Sekunden. Nochmal!"

Die Implementationen die ich kenne (Windows-Standard und KDE-kmines) gehen so vor, dass sie alle Nachbarn von Feldern die eine '0' beinhalten aufdecken, also alle wo es auf den ersten Blick sicher ist - dies dann auch rekursiv für alle automatisch aufgedeckten Felder. Weiterhin bieten sie ein Feature an (Win: Beide Maustasten gleichzeitig drücken) alle direkten Nachbarn aufzudecken wenn es durch reines Abzählen sicher ist.
Also: '2' steht in der Mitte, 8 Nachbarn, 2 sind bereits markiert => alle 6 sicheren werden aufgedeckt, aber nicht rekursiv.

 

Letztlich geht es also um das schnelle Erkennen primitivster Muster, und das anschliessend schnelle Klicken mit 2 Maustasten gleichzeitig.

Was ich nun automatisieren wollte, war dieses einfache Aufdecken von sicheren Feldern und das Markieren von verminten. Stellen wo rund um ein Feld mit einer bestimmten Ziffer diese der Summe 'nicht aufgedeckt' + 'markiert' enspricht, wie gerade beschrieben. Allerdings nur das, was durch reines Abzählen von markierten und aufgedeckten Feldern erreichbar ist, ohne Kombination der Informationen mehrerer aufgedeckter Felder, jedes 9x9 Quadrat wird einzeln betrachtet.

Das ist wohl das, was einem Menschen - der zählen kann - ohne weitere Denkfähigkeit möglich ist.

Ergebnis

Das Ergebnis ist ein eher langweiliges Spiel, gerade bei 16x16 und höher, was als Fortgeschritten und Profi deklariert wird. Entweder ist alleine durch das einfache Abzählen nach wenigen Klicks alles geöffnet, oder man trifft zufällig eine Mine. Bei 9x9 ändert sich relativ zum üblichen Spiel nicht so viel, manchmal hat man aber auch dort in 3 Sekunden gelöst.

Wenn doch noch ein paar Felder verdeckt bleiben, so sind das jene bei denen man:
* Einfach nicht sagen kann wo Minen versteckt sind (Glücksspiel).
oder
* Kombinieren muß. Kombinieren meint hier Informationen aus mehreren Feldern verbinden: 'hier steht 2 dort 3, also muß hier eine sein'. Auch das Inbetrachtziehen der noch ausstehenden Minenzahl kann helfen. Dieses Kombinieren würde man ja eigentlich als Interessant bezeichnen.

Fazit

Für mich hat das Spiel einiges (alles?) an Reiz verloren. Beim Original geht es um banale Mustererkennung. Bei meiner Version ist alles schnell vorbei. Da spiel' ich doch lieber Freecell.

Wahrscheinlich ist das gerade der Reiz des Originals:
'Erfolgserlebnis ohne geistigen Einsatz'.

 

Algorithmus und falsche Flaggen

Es geht so: man betrachte ein Feld und zähle die Anzahl von umgebenden Minen, von Flaggen und von ungeöffneten Nachbarfeldern. Nennen wir sie #minen, #flaggen und #zu. Im Fall das (#minen = #zu) oder (#minen = 0) oder (#minen = #flagen) werden alle 8 umgebenden Felder geöffnet, beflaggt oder bleiben unverändert - so wie es passt. Falls der Spieler eine falsche Flagge gesetzt hat ist das Spiel verloren, ausser wenn (#minen = 0) war, dann werden falsche Flaggen stillschweigend entfernt, da es offensichtlich ist.

© April 2003 Peter Büttner
www.peterbuettner.de